Eurokraten & Mythen

Eine weit verbreitete Meinung lautet, die EU werde von einem riesigen Beamtenapparat in Brüssel beherrscht; nachfolgend die Fakten:

- Die Europäische Union beschäftigt rund 31'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter;

- Die Schweizerische Bundesverwaltung beschäftigt rund 37'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Vergleiche mit nationalen oder städtischen Verwaltungen sind natürlich zu relativieren, weil die EU häufig nur Richtlinien (Gesetze) beschliesst, die anschliessend von den EU-Staaten in nationales Recht übernommen und von deren Verwaltungen umgesetzt und kontrolliert werden müssen. Setzt man diese Zahlen ins Verhältnis zur Bevölkerung der EU ist die Verwaltung nicht riesig, sondern schlank.


Ein etwas detaillierterer Vergleich zeigt folgendes:

Die Europäische Union beschäftigt - bei einer Bevölkerung von rund 490 Millionen EinwohnerInnen - rund 31'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:
- 22'700 Beamte: davon 16'300 in Brüssel und 3'200 in Luxemburg;
- Entsandte, Hilfskräfte und temporäre Angestellte: rund 8'000 Personen;
- ein Drittel des Personals sind Übersetzer und Dolmetscher.


Weitere politische Akteure sind:
- 785 Parlamentsmitglieder mit 1'400 persönlichen MitarbeiterInnen (akkreditierte Assistenten);
- 15'000 Lobbyisten von 2'500 Lobbyistenorganisationen;
- über 1'000 Journalisten.


Die Schweizerische Bundesverwaltung beschäftigt - bei einer Bevölkerung von rund 7,5 Millionen EinwohnerInnen - rund 37'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:
- Exklusive Schweizer Armee (Verteidigung) handelt es immer noch um 27'000 Angestelle; vgl. "Die Schweizer Regierung" [mehr]


Der Kanton Basel-Stadt beschäftigt - bei einer Bevölkerung von rund 185'000 EinwohnerInnen - rund 17'000 Angestellte

 

Quelle, insbesondere: "Von Gurken und anderen Mythen" von Marianne Truttmann © Basler Zeitung, 02.11.2006